04.2.3 - Die Stoffklasse der Aldehyde
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Aldehyde im AlltagAldehyde als AromastoffeViele Aldehyde zeichnen sich durch ein intensiven Geruch aus. Daher finden Aldehyde häufig als Aroma- oder Duftstoffe in der Lebensmittelindustrie Verwendung. BenzaldehydBenzaldehyd weist ein Aroma nach Bittermandel auf. Es kommt natürlich in Kirschen, Mandeln, Pflaumen und Pfirsichen vor. In vielen Weißweinen ist dieser Aldehyd maßgeblich für das Bouquets verantwortlich. VanillinEin bekanntes Derivat des Bezaldehyds ist das Vanilin. Wie es der Name bereits andeutet, ist Vanillin (4-Hydroxy-3-methoxybenzaldehyd) der zentrale Aromastoff des Vanillearomas. Mittlerweile wird Vanillin über verschiedene Herstellungsverfahren in großen Mengen produziert und zählt daher (bezogen auf die Menge) zu den wichtigsten Aromastoffen weltweit. Anisaldehyd, Safranal und ZimtaldehydAuch hier deuten es die Trivialnamen bereits an: Das Anis, Safran- und ebenso das Zimt-Aroma werden durch jeweils eine Aldehyd-Verbindung mitbestimmt. Anisaldehyd: ![]() Safranal: Zimtaldehyd: Aldehyde im ParfümAldehyde spielen außerdem eine zentrale Rolle bei der Herstellung von Parfüm. So enthält beispielsweise Chanel No 5 als zentrale Komponente (Kopfnote) 2-Methylundecanal. Diese Verbindung kommt natürlich in der Schale von Kumquat-Früchten vor. 2-Methylundecanal ist der erste vollsynthetische Duftstoff. Formaldehyd (Methanal)Der einfachste Vertreter der Aldehyde das Methanal (Formaldehyd) zählt zu den meist produzierten organischen Verbindungen weltweit. Methanal ist ein zentraler Ausgangsstoff für zahlreiche weitere Stoffe. Methanal ist allerdings auch krebserregend. Dieser Umstand ist umso bedeutender, da Methanal bei zahlreichen unvollständigen Verbrennungsprozessen entstehen kann. Hierzu zählt u.a. auch das Rauchen von Zigaretten. Einige Bindemittel, die bei der Möbelherstellung eingesetzt wurden, enthielten ebenfalls Methanal. Dieses konnte über längere Zeiträume aus den Möbelstücken entweichen. Ein weiterer Einsatzzweck von Methanl ist in Form einer wässrigen Lösung. Diese wird auch als Formalin bezeichnet. Formalin wird als Konservierungsmittel für biologische Präparate eingesetzt. Ein beeindruckendes wie umstrittendes Beispiel findet sich hier: |