03 - Theoretische Grundlagen - Teil 2
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AufgabeBevor Sie auf dieser Seite weitere Aspekte z.B. zum Umgang von Lernenden mit Erklärvideos beschäftigen werden, möchte ich Sie ermutigen, die folgende Aufgabe zu bearbeiten. Aufgabe 4 Reflektieren Sie Ihren eigenen Umgang in Bezug auf Erklärvideos. Nutzen Sie gerne die folgenden Leitfragen für einen umfassenden Reflexionsprozess:
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NutzungsverhaltenAus dem deutschsprachigem Raum sind nach aktuellem Erkenntnisstand keine repräsentativen Erhebungen veröffentlicht, in denen das Nutzungsverhalten umfassend dokumentiert ist. Es existieren jedoch einzelne kleine Studien, aus denen Hinweise abgeleitet werden können.
In einer weiteren Befragung von insgesamt 97 Schülerinnen und Schülern (5. - 10. Klasse) zeigen sich ergänzend hierzu die folgenden Ergebnisse (Meyer, 2019):
In einer Studie mit 300 Schülerinnen und Schülern aus dem Bereich der Physikdidaktik (Wolf und Kulgemeyer, 2016) konnten zusätzlich die folgenden Ergebnisse ermittelt werden:
Aus der Studie von Saurabh und Gautam (2019) lassen sich weitere Erkenntnisse ableiten. In dieser Studie wurden der YouTube-Channel des Erstautoren näher analysiert. Der Autor ist an einer indischen Universität beschäftigt. Zu den zentralen Ergebnissen zählen u.a. die folgenden:
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Einsatzmöglichkeiten von VideosVideo als WerkzeugEin reines Erklärvideo bietet einen geringen Grad an Interaktion und unterscheidet sich daher deutlich von Erklärungen bspw. im Rahmen eines Unterrichtsgespräches. Rückfragen o.ä. durch die Betrachtenden sind nicht entsprechend nicht möglich (Findeisen et al. 2019). Durch die Einbindung eines Videos auf einer Videoplattform (z.B. YouTube) ist ein gewisser Grad an Interaktion bspw. durch die Kommentarfunktion möglich. Unterrichtskonzeptionen zur Einbindung von VideosEs gibt verschiedene Möglichkeiten, Erklärvideos in instruktionale Settings im Unterricht einzubinden. In den vergangenden Jahren haben sich insbesondere flipped bzw. inverted classroom oder auch blended-learning Formate diesbezüglich etabliert. Flipped bzw. inverted classroom Unter einem flipped oder inverted classroom werden Unterrichtskonzeptionen verstanden, in denen die unterrichtliche Instruktion und die nachfolgende Phase (z.B. in Form von Hausaufgaben) vertauscht werden. Dies kann bspw. bedeutet, dass die Lernenden als Vorbereitung auf den eigentlichen Präsenzunterricht Teile der Inhalte eigenständig erarbeiten, damit im Unterrichtsgeschehen mehr Raum für Anwendungen bzw. Vertiefungen ist. Blended-learning Unter einem blended-learning-Ansatz wird in der Regel die Vermischung von digitaler und Präsenzlehre verstanden. Die Anteile können hierbei variieren. Das Ziel ist es, die Vorteile beider Varianten (Präsenz und digital) maximal auszunutzen. Vorteile digitaler Lehr-Lernprozesse sind u.a. die zeit- und ortsunabhängige Bearbeitung, die Möglichkeit in einem individuellen Lerntempo zu arbeiten sowie eine asynchrone kollaborative Zusammenarbeit. Die Vorteile von face-to-face Lehr-Lernprozessen (Präsenz) liegen u.a. in der direkten bzw. unmittelbaren Erreichbarkeit der Lehrperson für Rückfragen sowie der schnellen Diagnose der Lernprozesse und einer ggf. notwendigen Adaption. |