Wartungsarbeiten 18.+19.08.2026

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Orientierung, Tipps und Einblicke

Zusammen Stark – Didaktische Funktionen und Tools in ILIAS und Stud.IP, Teil 2

Frie, Leandra [510-MKX] - 20. Mai 2026, 21:17

Steuerungsmöglichkeiten von Lernprozessen in ILIAS und Stud.IP

Im letzten Blogbeitrag haben wir eine fünfteilige Serie begonnen, in der wir Ihnen die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten von ILIAS und Stud.IP in der Lehre vorstellen. Heute wird es deswegen im zweiten Teil dieser Reihe um die Steuerungsmöglichkeiten von Lernprozessen in den beiden Systemen gehen.

Hier ein Überblick über die Themen, die wir bereits veröffentlicht haben, und die Sie noch erwarten:

Lernprozesse und Lernwege lassen sich unterschiedlich steuern

Bei der Gestaltung von Lernprozessen stellt sich die Frage: Was, also welcher Inhalt, soll wie, also mit welcher Methode, in welcher Reihenfolge und mit welchem Zeitaufwand, gelernt wird?

Die Antwort hängt von verschiedenen Aspekten ab. Der Lernstoff selbst erfordert eventuell eine bestimmte Reihenfolge, bei der die vollständige Aneignung wichtig ist. Oder die Inhalte können nach bestimmten Kriterien selektiv gelernt werden, z.B. orientiert an Vertiefungsrichtungen oder nach Motivation der Studierenden. Schließlich spielt die gewählte Vermittlungsmethode und die Selbststeurungskompetenz der Lernenden eine Rolle. Aus diesen Aspekten ergibt sich die gewählte Steuerungsmethode.

  • Vorgaben zu Reihenfolge und Ablauf sorgen für Vollständigkeit bzw. sinnvolle Selektion des Lernstoffs und werden häufig genutzt. Hierzu zählen u.a. Freigaben durch bestandene Tests (Steuerung nach Wissen) oder zeitliche Freigaben (Steuerung der Reihenfolge).
  • Offene Lernaufgaben und Feedbackelemente regen die Auseinandersetzung mit und die Reflexion über den Lernstoff und den eigenen Lernweg an. Hierbei wird eher indirekt gesteuert, was aber besonders vertieftes Lernen fördert und motivierend ist.
  • Ebenfalls im erweiterten Sinne steuernd sind Orientierung und Transparenz zum Lernstoff selbst und seine Einordnung in den Gesamtzusammenhang sowie zur methodischen Aufbereitung. Lernende erhalten damit die Möglichkeit selbst  Schwerpunkte zu setzen oder Reihenfolgen festzulegen, was besonders zur intrinsischen Motivation beitragen kann.

Die genannten Steuerungsmöglichkeiten erfordern in der genannten Reihenfolge unterschiedliche Selbststeuerungskompetenzen von den Lernenden, was unbedingt berücksichtigt und ggf. angeleitet werden sollte.

Im Folgenden finden Sie unterschiedliche Möglichkeiten, Vorteile und Herausforderungen von ILIAS und Stud.IP, um die verschiedenen Steuerungsoptionen umzusetzen.

Steuerungsmöglichkeiten in ILIAS

  • Zeitliche Verfügbarkeit: Für Seitentexte, Ordner, Übungsaufgaben, Tests und Quize lassen sich automatische Freigaben nach Zeitpunkt einstellen.
  • Freigaben durch erfolgreiches Absolvieren von Lernangeboten: Tests, Lernmodule u.a. können weitere Lernmodule, Aufgaben, Materialien, Tests, etc. freischalten. Die Funktion „Lernfortschritt“, die sich in fast allen Tools in ILIAS findet, bestimmt, wann ein Lernangebot erfolgreich absolviert wurde und ist unterschiedlich konfigurierbar.
  • Feste Abfolge: Mit der „Lernsequenz“ können feste Lernwege, also die Reihenfolge der Bearbeitung von Materialien und Aufgaben, vorgegeben werden.
  • Feste Kursstrukturen: Die Kursansicht „Lernzielorientierter Kurs“ bietet sich für reine Selbstlernangebote an. Sie unterstützt die Bereitstellung und Konfiguration von Szenarien mit (optionalem) Einstiegs-/Diagnose- und Abschlusstest sowie Lerninhalten mit zugeordneten Lernzielen. 
  • Orientierung an Veranstaltungsterminen: Weitere Optionen bieten die Funktion „Lernplanung“ und die sitzungsorientierte Kursansicht. Hierzu können Sie mehr in den Digitalen Lernwelten erfahren.
  • Steuerung durch offene Aufgabenstellungen: Diese lassen sich mit verschiedenen Tools realisieren, wie z.B. mit dem „Blog“, „Wiki“, „Forum“ oder „Interaktiven Video“. Für einige Abgabeformate bietet die „Übung“ gute organisatorische Unterstützung.

Beispiel für ein Video mit integrierter Quizfrage in ILIAS („Interaktives Video“), das auch in Lernmodule eingebettet werden kann und eine Kommentarfunktion enthält.

Steuerungsmöglichkeiten in Stud.IP

  • Freigaben durch Quizze: Eine besondere Stärke in Stud.IP bei der Steuerung von Lernprozessen bildet das Zusammenspiel der Tools „Aufgaben“ (für Quizze und Tests) und „Courseware“ (für multimedial aufbereitete Online-Skripte). Quiz-Aufgaben sind direkt in eine Courseware integrierbar. Sie dienen z.B. zur Selbstüberprüfung der Lernenden oder können zur Lernwegsteuerung eingesetzt werden (Freischaltung von Seiten). 
  • Zeitliche Freigaben sowie Freigaben für Personen und Gruppen der Veranstaltung können ebenfalls für Courseware-Lerneinheiten und -Seiten realisiert werden.
  • Abstimmungen im Hörsaal: Mit Cliqr bietet Stud.IP ein Tool zur Hörsaalumfrage. Kurze (anonyme) Abfragen als Single-, Multiple Choice- oder Skalenfragen können je nach Einsatz verschiedene Funktionen der Steuerung übernehmen, z.B. zur Aktivierung des Vorwissens oder zur Überprüfung des Verständnisses während der Veranstaltung. 
  • Offene Aufgabenstellungen lassen sich mit verschiedenen Tools realisieren, wie z.B. mit dem „Wiki“, „Forum“ oder in „Courseware“.

Beispiel einer Quizfrage in Stud.IP-Courseware

Herausforderung

Generell ist bei der Gestaltung von Lernwegen in beiden Systemen zu beachten, inwieweit sie automatisch „funktionieren“ oder ob ein „Eingreifen“ notwendig ist, weil z.B. Lernergebnisse beurteilt oder Hilfestellungen gegeben werden müssen. Dies kann insbesondere bei großen Gruppen aufwändig werden. 

Fazit

In ILIAS lassen sich verschiedene Tools und Lerninhalte sehr flexibel verknüpfen, zum einen durch zeitliche Freigaben oder das Erfüllen von sogenannten Vorbedingugen wie der richtigen Beantwortung von Quizfragen, andererseits durch die im ersten Blogpost der Reihe beschriebene Gestaltungsfreiheit der Kursseiten. In Stud.IP ist Courseware dagegen das zentrale Tool für die gesteuerte Vermittlung von Inhalten. Darüber hinaus bietet Stud.IP, mit Cliqr auch für die Präsenzsituation ein lohnendes Tool.

Autorin: Claudia Frie

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