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KI-Einsatz in der Lehre regeln

Frie, Leandra [510-MKX] - 10. September 2026, 07:00

Mit ein paar Klicks zu Regeln für eigene Lehrveranstaltungen

"Pop Chips" von Deborah Lupton | https://betterimagesofai.org | https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

Das Thema KI kam, um zu bleiben. Und es taucht überall auf – in immer mehr Lehrveranstaltungen, im Alltag, in der Kunst. Oft werden die Möglichkeiten schillernd dargestellt, wie die Collage eines Silicium-Chips von Deborah Lupton assoziiert. Die Studierenden nutzen KI-Anwendungen entsprechend vielseitig: von fachlich sinnvollen Tools über motivierende Einsätze bis hin zu solchen vermeintlich effizienten, aber akademisch nicht weiterführenden. Vor allem sind viele unsicher, was für den Lernerfolg einerseits und die Anforderungen der Wissenschaft andererseits sinnvoll und hilfreich ist. Hier kommt Lehrenden eine wichtige Rolle zu: transparent darzulegen, was erlaubt und was unerwünscht ist.

Das führt zu unterschiedlichsten Regelvorgaben durch die Lehrenden, um Studium und Lehre in klare, faire Bahnen zu lenken. Dabei müssen Lehrende sich wiederum selbst auch orientieren, zumal die Freiheit der Lehre einerseits und fachspezifische Erfordernisse andererseits allgemeingültige Regeln erschweren. So legen Lehrende im Rahmen der Modulbeschreibung für ihre Lehrveranstaltung jeweils geltende Regeln für den Umgang mit KI-Anwendungen fest. In diesem Beitrag werden drei Angebote hierfür vorgestellt: ein Werkzeug um solche transparenten Regeln bereitzustellen, eine Handreichung, die den Hintergrund beleuchtet, und schließlich noch ein Foliensatz, der speziell Situation in Prüfungen in den Blick nimmt.

Innerhalb eines Studienfachs erleben Studierende aktuell einen Flickenteppich verschiedener Regeln. Hier bietet die KI-Regel-Assistenz (KIRA) einen einheitlichen Aufbau der Regeln an.

Die Idee ist, dass Lehrende im Browser anklicken und ergänzen, was in ihrer Lehrveranstaltung gelten soll. Umgesetzt wurde die Assistenz durch das KI-Projekt des Digitale Lehre Hub Niedersachsen. Aktuell wird die Umsetzung als Pilot getestet.

Testung des Regel-Piloten

Nach ein paar Angaben zur Lehrveranstaltung wechseln sich kurze Infoblöcke und auswählbare Textblöcke ab. Ausgewählt ist ein Textelement, sobald das Feld mit einem Mausklick aktiviert ist. Erkennbar ist das oben rechts im Textfeld (s. Screenshot).

Wenn alles durchgesehen ist, kann das Set an ausgewählten Infos und Regeln heruntergeladen werden. Dabei gibt es zwei Optionen, nämlich den Download als Textdatei oder als Speicherung der Konfiguration.

Bei der Textdatei handelt es sich um ein rtf-Dokument (Rich-Text-Format). Beim Doppelklick wird es mit einem einfachen Text-Editor geöffnet. Genauso kann es über Textverarbeitungsprogramme geöffnet und wie gewohnt bearbeitet werden. Das bedeutet auch, dass nicht alles online im Browser eingegeben werden muss, sondern später angepasst werden kann. Exportiert als PDF lässt sich dann in der Lehrveranstaltung leicht Transparenz herstellen.

Wer „Konfiguration als Datei speichern“ wählt, lädt eine json-Datei herunter. Die JavaScript Object Notation (json) orientiert sich an den Daten und ihrer Struktur. Diese Datei eignet sich, um später wieder in KIRA hochgeladen und weiter bearbeitet zu werden. Denkbar ist, so entspannt für verschiedene Veranstaltungen ähnliche Bedingungen auszuwählen – oder schlicht nicht alles sofort festzulegen, sondern später die Regeln weiter zu bearbeiten. Denn: Direkt speichern lässt sich im Browser nichts.

Die Gestaltenden der KI-Regel-Assistenz freuen sich über Feedback und Anregungen oder Wünsche. Mailadressen und Hinweise zur Arbeit mit dem Tool finden sich auf der KIRA-Startseite.

Hintergrundwissen in Handlungsempfehlungen

Es bleibt, dass neben der KI-Richtlinie der LUH noch die Regelungen im Studiengang zu berücksichtigen sind. Hier kann KIRA nur ein allgemeines Gerüst bieten. Wer ein bisschen mehr Hintergrund, weiterführende Literatur oder auch didaktische Perspektiven haben möchte, wird in den Handlungsempfehlungen für Lehrende, ebenfalls aus dem Digitale Lehre Hub Niedersachsen, fündig.

In Prüfungen zulassen?

Geht es um die Regeln für Studien- und Prüfungsleistungen, wird die Betreuung der Studierenden mitunter deutlich intensiver. Den Einsatz von KI-Anwendungen offen zu reflektieren, findet in manchen Prüfungen Einzug. Hierzu wurde hochschulübergreifend ein Foliensatz entwickelt, der zu einem Zulässigkeitsraster führt. Das Raster verknüpft Prüfungsarten wie anwendungsorientierte oder praktische Prüfungen mit Beispielen (Fallbearbeitung oder Präsentation) mit den anvisierten Kompetenzen wie Methoden anwenden oder Handlungskompetenz zeigen.

Diese drei Quellen zur Transparenz beim Einsatz von KI in Lehrveranstaltungen und Prüfungen werden auch im Wintersemester bei KI.kompakt vorgestellt. Dort können Ihre Fragen direkt beantwortet werden.

Save the Date

Eine Zusammenstellung neuer Materialien, Hinweise auf Aktualisierungen und Austausch bietet das LUH-Forum: Lehre am 03.11.26; die Einladung wird an alle in Stud.IP in die Veranstaltung eingetragenen versandt.

KI.kompakt im Wintersemester: Alle Termine und Themen unter: https://go.uos.de/KIkompakt

Links

KIRA – KI-Regel-Assistenz. Betaversion für den Praxistest im Wintersemester 2026/2027. Projekt „KI in Studium, Lehre und Prüfungen“ im Rahmen des Verbundes Digitale Lehre Hub Niedersachsen (DLHN).

Handlungsempfehlungen für Hochschullehrende zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Miriam Burfeind, Laura Fiegenbaum, Tom Hartmann, Janine Horn, Julius Hoyer, Jasmin de Nys, Maren Stephan, CC-0

Regeln zur Nutzung von KI-Tools in Prüfungen. Leitfaden zur Erstellung eines Zulässigkeitsrasters. (Betaversion für den Praxistest Stand 02.07.2026), Ly Lutter-Schwarz, Annika K. Schmidt, Johanna Fricke, CC-BY (4.0)

Autorin: Sylvia Feil, ZQS/elsa

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