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digitaLe Grundlagenkurs

Methode „Lebendiges Diagramm“

 Was ist ein "Lebendiges Diagramm" und wie kann es im Unterricht eingesetzt werden?

Diagramme vermitteln oftmals ein objektives Weltbild, mit dem Ziel, lediglich Zahlenwerte grafisch darzustellen. Dadurch können Schülerinnen und Schüler keinen Zusammenhang zwischen den dargestellten Zahlenwerten und den damit verbundenen Sachverhalten herstellen. Ein lebendiges Diagramm soll hingegen die erlebte Realität, auf der diese Zahlenwerte basieren, miteinbeziehen. Hierfür werden fiktive Aussagen erstellt, um die Zahlen in einen Kontext zu stellen. Schülerinnen und Schüler sollen nun diese Aussagen den unterschiedlichen Zeitpunkten oder Phasen im Diagramm zuordnen.

Lebendige Diagramme eignen sich gut für Entwicklungsverläufe. Hierdurch soll nicht nur das Lesen und Interpretieren von Diagrammen, sondern vor allem auch die Denkfähigkeit gefördert werden. 

Lebendiges Diagramm: Modell des demografischen Übergangs

Abb. 1: Studierendenanteil der Geschlechter in Prozent ihrer Alterskohorte (modifiziert nach Müller-Benedict, 2015)

Passende Aussagen
1: Erstmalig konnte Paul sein Abitur ohne Latein und Griechisch an Realgymnasien erwerben.

2: Für Henrike ist heute ein sehr freudiger Tag, da es ihr nun endlich gestattet ist die Hochschule zu besuchen.

3: Albert, ein jüdischer Student, ist gezwungen die Universität zu verlassen und der Tochter von Henrike ist es nun auch nicht mehr gestattet sich zu immatrikulieren.

4: Tom wollte, wie sein Vater, immer Tischler werden. Doch mit einem naturwissenschaftlichen Studium erhoffte sich Tom in der Zukunft eine gesellschaftliche höhere Position zu erlangen.

5: Charlotte freut sich, weil sie bereits nach einem 3-jährigen Studium ins Berufsleben einsteigen kann.





Wie sah das Leben der Menschen in den unterschiedlichen Phasen aus?

Durchführung:
  • Gruppenarbeit (drei Lernende pro Gruppe)
  • Gruppen erhalten ein Arbeitsblatt mit fiktiven Aussagen und einem Diagramm
  • Zuordnen der Aussagen zu den passenden Stellen im Diagramm
Reflexion bzw. Nachbesprechung:
  • zugeordnete Aussagen besprechen
  • Vorgehensweise der Gruppe besprechen (Beginn mit der Gruppe, die nur einige Probleme erkannt hat und von anderen Gruppen ergänzen lassen)
  • Reflexion über die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppen
  • positive und negative Lerneffekte dieser Methode mit den Schülerinnen und Schülern besprechen (Welchen Mehrwert hat diese Methode und gibt es Verbesserungsvorschläge?)

Weitere Übung zum lebendigen Diagramm von der Gesellschaft für Information
und Darstellung mbH: (Link)

  • Müller-Benedict, V. (2016): Das Wachstum des Hochschulbereichs. http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/deutschland-in-daten/220094/hochschulbereich. [Abgerufen 08/19]
  • Vankan, L., Rohwer, G., & Schuler, S. (Hrsg.). (2013). Diercke Methoden 1: Denken lernen mit Geographie (Dr. A 5). Braunschweig: Westermann. 95 – 105.


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