digitaLe Grundlagenkurs
Online-Management

Wer stellt die Regeln im Internet auf?
Der Umgang mit Störungen im Internet, vor allem in Social Media, ändert sich beständig.
Angriffe im Internet haben aus mehreren Gründen eine massive Auswirkung. Sie können sich massenhaft verstärken, sie können rund um die Uhr eintreffen. Anders als beim Mobbing in der Schule geht die öffentliche Anprangerung auch nach Schulschluss weiter.
Wenn sich Menschen darauf berufen, "wohl noch mal ihre Meinung sagen zu dürfen", sollte immer der erste Artikel des Grundgesetzes mitbeachtet werden. Alle weiteren Grundrechte, auch das der freien Meinungsäußerung, unterstehen dem Schutz der Würde der Menschen.
Schwierigkeiten ergeben sich dort, wo durch persönliche Meinungen und Ideologien andere Menschen aufgrund von Ethnie, Religion, Geschlecht oder politischer Zugehörigkeit in ihrer Würde herabgesetzt werden.
Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Artikel 1
1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.
Was kann ich tun, wenn ich betroffen bin? Wie kann ich anderen helfen?
Ein guter Weg ist noch immer, das persönliche Gespräch zu suchen. Ansonsten gibt es zahlreiche Hilfeangebote – beispielsweise an Schulen oder auch Online. Wichtig ist, zunächst eine Vertrauensperson zu finden, die weitere Schritte begleitet.
- Die Bluetooth-Funktion solltest du nur dann aktivieren, wenn du Daten (Bilder, Texte) austauschen möchtest.
- Wenn du Rechtsverletzungen entdeckst, mache einen Screenshot oder fotografiere den Bildschirm, um später einen Nachweis zu haben.
- Einige Online-Plattformen haben Meldestellen, um Postings zu melden.
- Wenn die Rechtsverstöße dich selbst betreffen, informiere dich über die Möglichkeiten juristisch vorzugehen.
- Da mitunter schwere Drohungen mit der Veröffentlichung privater Aufnahmen einhergehen, kann eine professionelle Unterstützung nötig sein.
- Ganz gleich ob Mobbing oder Shit-Storm: Es kann so gravierend sein, dass Vertrauenspersonen (Ombudspersonen) oder Vorgesetzte zu informieren sind.
- Wenn vertrauliche Daten gestohlen werden, sind unverzüglich die Vorgesetzten zu informieren. Diese wiederum müssen aufgrund der Datenschutzgrundverordnung mögliche Dritte über die Ausspähung informieren.
- Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (2017): Digitale Gewalt - Digitale Welten - Digitale Medien. Beratungsstelle Frauennotruf Frankfurt. Erhältlich unter: https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/digitale-gewalt-material.html
- Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, 2019: Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. www.gesetze-im-internet.de/gg/BJNR000010949.html [Abruf 12/19]