6    

digitaLe Grundlagenkurs

Schule in der Digitalisierung

Wird die Schule digital?

Der Bildungssektor befindet sich in einem Wandel. Die Digitalisierung führt nicht nur das Zeitalter der „Industrie 4.0“ ein, sondern auch „Bildung 4.0“. Schüler und Schülerinnen sollen bereits in der Schulzeit auf zukünftige Herausforderungen der digitalisierten Arbeitswelt vorbereitet werden. Viele Berufsbilder befinden sich bereits mitten im digitalen Wandel und damit zukünftige Generationen im internationalen Raum wettbewerbsfähig bleiben, muss auch die Bildung angepasst werden. Kinder und Teenager sind häufig sehr erfahrene Mediennutzer. Doch das alleinige Nutzen von digitalen Medien soll in der Schule nicht im Vordergrund stehen, sondern ein verantwortungsvoller und reflektierter Umgang mit diesen neuen Medien sowie die Förderung von digitalen Kompetenzen (Steiner, 2019). 

Nach einer Studie aus dem Jahr 2016 wurden 68 Expertinnen und Experten aus allen Bildungssektoren sowie aus der Bildungspolitik, bezüglich der Zukunft des digitalen Lernens im Jahr 2025 in den Sektoren Schule, Ausbildung, Hochschule und Weiterbildung, befragt. Diese prognostiziert, dass der Anteil des digitalen Lernstoffs in allen Bildungsbereichen erheblich zunehmen wird (siehe Abb. 1).

Abb. 1: Anteile des digitalen Lernstoffs (mmb Institut 2016, S. 8)

Es ist zu erwarten, dass die in den 2010er Jahren beobachteten technologlischen Trends wie die vermehrte Verwendung von mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets, in der Zukunft weiter an Relevanz gewinnen bzw. an Schulen umgesetzt werden (siehe Abb. 2). Bereits heute werden sie in einigen allgemeinbildenden Schulen Deutschlands wie der Sekundarstufe 2 umgesetzt. So gibt es an jenen Schulen Unterricht der im Großenteil über mobile Endgeräte wie Tablets stattfindet (Das Deutsche Schulportal 2020). Solch eine Einbindung von Tablets kann die Bildung revolutionieren, da es das Abrufen von Lerninhalten z.B über interaktive Lernapps, ortsunabhängig und zu jeder Zeit möglich macht. Hierbei werden Daten über die Lernfortschritte des Benutzers gesammelt und ausgewertet, um den Lernprozess zu optimieren. Schülerinnen und Schüler sollen hierdurch individuell gefördert werden können, sodass sie effizienter lernen. Auch Tests können so maschinell erstellt und schnell ausgewertet werden.

Zudem ermöglichen es Wearables bzw. elektronische Accessoires, wie Computerbrillen, reale Welten zu simulieren. Hierdurch kann eine Vielzahl an virtuellen Lernumgebungen geschaffen werden, wodurch Benutzer potenziell gefährliche Situationen aus einem sicheren Umfeld erforschen können.

Es existieren noch viele weitere Trends wie z.B. „Bring your own device“ oder „Flipped Classroom“ (für mehr Informationen siehe weiterführende Links unten).

Abb. 2: Trends in der digitalen Bildung (mmb Institut, 2016, S. 10)

Im heutigen Zeitalter fortschreitender Technisierung stellt sich die Frage, inwiefern sich das Lernen mit digitalen Medien vom herkömmlichen Lernen unterscheidet. Im Gegensatz zum analogen Lernen, werden beim Lernen mit digitalen Medien die Informationen vernetzt, multimedial und interaktiv dargeboten und es besteht die Möglichkeit über den Computer zu kommunizieren, wodurch digitale Produkte gemeinsam entwickelt und gestaltet werden können (Schaumburg, 2015).

Die Digitalisierung ist sowohl mit Chancen als auch mit Risiken verbunden. Insbesondere auf der individuellen Ebene ergeben sich Chancen, wie der schnelle und umfangreiche Zugriff auf Informationen wie durch KI-Tools. Hierdurch können leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler individuell gefördert werden, was u.a. für die Inklusion nützlich sein kann. Die kurzen Kommunikationswege, Partizipationsmöglichkeiten sowie Multimedialität ermöglichen ebenfalls ganz neue Zugänge zu Lerninhalten. Lernende können selbstbestimmt und in ihrem eigenen Tempo die Aufgabenstellungen bearbeiten und dadurch das Wissen besser festigen (Schaumburg, 2015).

Insgesamt ergibt sich folgende Fragestellung: Was lernen wir mit digitalen Medien besser und was auf analogem Wege?

Weiterführende Links:
  • „Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung in der Schule“ präsentiert von Stefan Schmid: (Video)
  • Studie "Digitale Bildung auf dem Weg ins Jahr 2025" vom mmb Institut: (PDF)
  • Weitere Trends in der digitalen Bildung von The New Media Consortium ab Seite 34: (PDF)
  • "Chancen und Risiken digitaler Medien in der Schule" von Heike Schaumburg im Auftrag der Bertelsmann Stiftung: (PDF)
  • Digital Learning Map vom BMBF: (Link)
  • "Mediendidaktik in der Schule" von Magdalena Steiner unter CC BY-SA 2.0. © Landesmedienzentrum Baden-Württemberg 2019.  (https://www.lmz-bw.de/medien-und-bildung/medienbildung/grundlagen-der-mediendidaktik/mediendidaktik-in-der-schule/.) Zugegriffen: 28. August 2019
  • mmb Institut. (2016): Digitale Bildung auf dem Weg ins Jahr 2025 (Trendbericht). Essen. S. 8.
  • Schaumburg, D. H. (2015): Chancen und Risiken digitaler Medien in der Schule. Humboldt-Universität zu Berlin, Gütersloh. S. 33 - 48.
  • Bitkom.org (2023): Presseinformation. Hälfte der Schülerinnen und Schüler hat schon mal ChatGPT genutzt. Online unter https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/ChatGPT-in-Schule-nutzen#:~:text=Berlin%2C%2023.,Prozent)%20hat%20bereits%20ChatGPT%20genutzt.
  • Kmk.org (2023): Länder erarbeiten gemeinsamen Themenkatalog zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz an Schulen. Online aufrufbar unter: Länder erarbeiten gemeinsamen Themenkatalog zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz an Schulen


Informationsmeldung
Bisher wurde noch kein Kommentar abgegeben.