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digitaLe Grundlagenkurs

Mediendidaktische Konzepte

Wie lassen sich die Verwendungsmöglichkeiten von Medien im Untericht unterscheiden?

Die Mediendidaktik beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern Medien das Lernen bereichern können. Dabei ist die Rolle des Lehrenden und Lernenden im Lehr-Lernprozess zu betrachten, wobei unterschiedliche Situationen entstehen, welche wiederum Konzepten zugeordnet werden können (Tulodziecki und Herzig, 2004). „Konzepte basieren auf Theorien und Modellen sowie auf Erfahrungen. Sie sind gedankliche Entwürfe (Konstrukte) für zukünftiges Handeln, also Handlungspläne“ (Kron und Sofos, 2003, S. 122). Doch wie unterscheiden sich Theorien und Modelle hiervon? Theorien sind Erkenntnisse, welche durch wissenschaftliche Regeln entstehen. Modelle können als eine Vorform von Theorien betrachtet werden, mit dem Unterschied, dass sie konkrete Erfahrungen miteinbeziehen (Kron und Sofos, 2003).

Nach Witt und Czerwionka (2007) lassen sich die Verwendungsmöglichkeiten von Medien im Unterricht wie folgt unterscheiden:

Lehrmittelkonzept:
Beim Lehrmittelkonzept werden Medien als Hilfsmittel, wie z.B. Landkarten oder Bildtafeln, betrachtet. Die Lehrkraft plant den Lehrprozess, wählt die Medien aus und steuert den Lernprozess. Somit ist dieses Konzept sehr lehrerorientiert, wobei die Lernenden eine rezeptive und reaktive Rolle einnehmen.

Arbeitsmittelkonzept:
Beim Arbeitsmittelkonzept steht der Lernende im Fokus und die Materialien werden nach seinen Bedürfnissen gestaltet. Medien werden als Werkzeuge zur Erstellung von eigenen Medienprodukten seitens der Lernenden verwendet. Die Lehrkraft gibt weiterhin die Aufgabenstellung vor, beobachtet den Lernenden und hilft bei Bedarf.

Lernumgebungskonzept:
Beim Lernumgebungskonzept steht das selbstständige Arbeiten der Lernenden im Vordergrund. Es sollte eine Lernumgebung entwickelt werden, mit der sich die Lernenden auseinandersetzen können, wie z.B. virtuelle Welten. Zur Lösung von komplexen Aufgaben werden die relevanten Informationen selbstständig erarbeitet, z.B. durch das Heranziehen von Büchern oder dem Internet. Die Lehrenden sollen eine Auseinandersetzung mit der Lernumgebung anregen.

Nach Tulodziecki und Herzig (2004) lassen sich noch Bausteinkonzept und Systemkonzept ergänzen.

Abb. 4: Übersicht der mediendidaktischen Konzepte (Süss et al. 2018, S. 167 nach Tulodziecki und Herzig 2004)

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Definition
Term
  • Kron, F. W., & Sofos, A. (2003): Mediendidaktik: neue Medien in Lehr- und Lernprozessen. München: Ernst Reinhardt Verlag. S. 122.
  • Süss, D., Lampert, C., & Trültzsch-Wijnen, C. W. (2018): Medienpädagogik: ein Studienbuch zur Einführung (3. Auflage.). Wiesbaden: Springer VS. S. 167.
  • Tulodziecki, G., & Herzig, B. (2004): Mediendidaktik: Medien in Lehr- und Lernprozessen. Stuttgart: Klett-Cotta. S. 110 - 118.
  • Witt, C. de, & Czerwionka, T. (2007): Mediendidaktik. Bielefeld: W. Bertelsman GmbH & Co. KG. S. 85 - 87.


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