digitaLe Grundlagenkurs
Relevanz von Mediendidaktik

Was sind Medien und welchen Stellenwert hat Mediendidaktik in der Bildung?
Medien sind spätestens seit dem 21. Jahrhundert allgegenwärtig und gelten als Vermittler von Informationen in allen Formen. Seien es alt bewährte Medien wie Zeitungen, Bücher, Radio, Fernsehen oder die neuen digitalen Medien wie das Internet. Wir sind Teil einer mediatisierten Gesellschaft, wobei der Erwerb von Medienkompetenzen erforderlich ist, „um ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft werden zu können“ (Süss et al. 2018, S. 2).
Nach Maier (1998) existieren drei Dimensionen des Medienbegriffs: technisch, semantisch und pragmatisch.
- Der technische Aspekt von Medien umfasst die Hardware (apparative Komponente z.B. Projektor) und Software (enthaltene Information im Medium z.B. Filmmaterial).
- Der semantische Aspekt beschreibt die Inhalte und ihre Gestaltung. Hier wird nochmals zwischen statischen Medien (z. B. Printmedien, Fotografie), dynamischen Medien (z. B. Fernsehen, Film, CD, DVD) und interaktiven Medien (z. B. Computer) unterschieden. Die transportierten Informationen müssen vom Nutzer verstanden werden.
- Der pragmatische Aspekt unterscheidet Medien nach dem Verwendungszweck und soll den Austausch und die Verbreitung von Informationen ermöglichen.
- Die Massenmedien (Presse, Buch, Rundfunk, CD, Film, Fernsehen) sind an ein breites Publikum gerichtet und die Kommunikation findet weitestgehend einseitig statt, vom Sender zum Empfänger.
- Individualmedien (Telefon, Fax, Brief, E-Mail) richten sich an Individualpersonen und stellen eine Kommunikation zwischen Sender und Empfänger her.
- Mithilfe von Unterrichtsmedien (Lernprogramme, Lehrfilme, Folien) sollen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten durch eine Lehrperson vermittelt werden.
Folglich muss der Mediennutzer in der Lage sein, die Technik zu bedienen, die Information zu verstehen und die Kommunikationswege anzuwenden.
Die Didaktik ist ein Teilbereich der Pädagogik und befasst sich mit Lehr- und Lernprozessen und deren Effektivität im Unterricht. Zentrale Aspekte der Didaktik sind nach Witt und Czerwionka (2007):
- erfolgreiche Wissensvermittlung mit entsprechenden Hilfsmitteln
- effektive Kommunikationswege zwischen Lehrkraft und Lernenden aufbauen
- Einflussfaktoren der Lehr- und Lernprozesse ermitteln
- Unterrichtsmethoden wie Gruppenarbeit, Frontalunterricht etc.
Die Mediendidaktik vereint diese Begriffe und beschäftigt sich im Großen und Ganzen „mit den Funktionen, der Auswahl, dem Einsatz (einschließlich seiner Bedingungen und Bewertung), der Entwicklung, Herstellung und Gestaltung sowie den Wirkungen von Medien in Lehr- und Lernprozessen. Das Ziel der Mediendidaktik ist die Optimierung von Lernprozessen mithilfe von Medien“ (Witt und Czerwionka, 2007, S. 32).
Das Hinzufügen von Medien zum konventionellen Unterricht kann die Effektivität des Unterrichts steigern. Umso mehr Kanäle bzw. Sinne beteiligt sind, desto besser können Schülerinnen und Schüler das erlernte Wissen behalten (Birkenhauer, 1997). Insbesondere der Eintritt in das digitale Zeitalter übte großen Einfluss auf die Mediendidaktik aus. Lernende und Lehrende stehen nun vor neuen Herausforderungen, wie digitale Medien sinnvoll in den Unterricht integriert werden können, sodass der Einsatz nicht zum Selbstzweck verfällt, sondern einen Mehrwert für den Unterricht bietet.
Auch das Thema mit der richtigen Einbindung von KI-Tools wie ChatGPT in den Unterricht reiht sich zu den neuen Herausforderungen mit ein.
- Birkenhauer, J. (Hrsg.). (1997): Medien: Systematik und Praxis (1. Aufl). München: Oldenbourg Verlag GmbH. S. 32.
- Maier, W. (1998): Grundkurs Medienpädagogik, Mediendidaktik: ein Studien- und Arbeitsbuch (Unveränd. Nachdr.). Weinheim: Beltz Verlag. S. 14 - 18.
- Süss, D., Lampert, C., & Trültzsch-Wijnen, C. W. (2018): Medienpädagogik: ein Studienbuch zur Einführung (3. Auflage.). Wiesbaden: Springer VS. S. 2.
- Witt, C. de, & Czerwionka, T. (2007): Mediendidaktik. Bielefeld: W. Bertelsman GmbH & Co. KG. S. 18, 32.